Menos niños atendidos por oficinas de bienestar juvenil

Niños frente a una casa no renovada en Berlín
Niños frente a una casa no renovada en Berlín
Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2019 rund 49.500 sogenannte Inobhutnahmen durchgeführt.

Das waren knapp 3.100 Fälle und somit sechs Prozent weniger als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mit. Hintergrund dieser Entwicklung ist ein erneuter Rückgang von Schutzmaßnahmen nach unbegleiteter Einreise aus dem Ausland: Deren Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um 29 Prozent auf gut 8.600. Währenddessen stieg die Zahl der Schutzmaßnahmen aus anderen Gründen um ein Prozent auf rund 40.900 Fälle an.

Langfristig setzt sich damit ein weiterer Trend fort: In den letzten zehn Jahren sind die Inobhutnahmen aus anderen Gründen mit leichten Schwankungen um 30 Prozent angestiegen – von rund 31.500 Fällen im Jahr 2009. Etwa jedes dritte betroffene Kind war jünger als zwölf Jahre, rund jedes zehnte sogar jünger als drei Jahre. Jungen wurden etwas häufiger in Obhut genommen als Mädchen (53 Prozent), lediglich in der Altersgruppe von zwölf bis 16 Jahren war das Geschlechterverhältnis umgekehrt. In etwa jedem fünften Fall (19 Prozent) hatten die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst Hilfe beim Jugendamt gesucht, so die Statistiker weiter. Am häufigsten war die Maßnahme aber von sozialen Diensten und dem Jugendamt angeregt worden (55 Prozent), in mehr als jedem zehnten Fall kam ein Hinweis von Polizei oder Ordnungsbehörden (zwölf Prozent). Die meisten Minderjährigen waren vor der Inobhutnahme bei den Eltern (25 Prozent), bei einem alleinerziehenden Elternteil (24 Prozent) oder einem Elternteil in neuer Partnerschaft untergebracht (14 Prozent). Aber auch eine vorherige Heimunterbringung war nicht selten (13 Prozent). In 23 Prozent aller Fälle waren die Kinder oder Jugendlichen vor der Inobhutnahme von zu Hause – einschließlich Pflegefamilie und Heim – ausgerissen. Am häufigsten wurden Kinder 2019 wegen Überforderung eines oder beider Elternteile in Obhut genommen (38 Prozent). Mit Abstand folgte an zweiter Stelle die unbegleitete Einreise aus dem Ausland (17 Prozent). Anzeichen für Vernachlässigung waren der dritthäufigste (14 Prozent) und Beziehungsprobleme der vierthäufigste Anlass für eine Inobhutnahme (zwölf Prozent). An fünfter Stelle standen Hinweise auf körperliche Misshandlungen (zwölf Prozent).

Mehrfachnennungen waren hierbei möglich.